Die glückliche Klotilde
András Cserna-Szabó

Ob in unserer Stadt die Menschen glücklich sind? Ich habe kein Ahnung. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht einmal, was Glück bedeutet. Natürlich hab ich schon Philosophen bemüht. Doch dieses Denkerheer ist ein ziemlich verrücktes Völkchen: Sie reden herum, oft völlig unverständliche Sachen, und sie sind auch stets streng mit den Ideen ihrer Kollegen, mit sich selbst aber üben sie immer größte Nachsicht. weita.gif (1375 Byte)


bartis.gif (28168 Byte)Die Literatur ist kein Spiegel

Der Text des Romans Die Ruhe ist praktisch eine assoziative Kette, wobei eine weniger gebundene, sogar weniger planbare Form nicht existiert. Die erste Version entstand zwischen dem ersten Tag und dem Ostersonntag des Jahres 2000, vom Schlaf abgesehen im Großen und Ganzen ohne Unterbrechung. Das war praktisch eine völlig ungegliederte Textfolge, mit zwanzigseitigen Sätzen. Danach dauerte es im Großen und Ganzen anderthalb Jahre, bis jeder Punkt und jedes Komma an seinen Platz gekommen war, aber im Verlauf dieser Arbeit änderten sich die Geschichte und der Aufbau nicht mehr.
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Mario, der Sternensammler
Tagebuch für meine Eltern

Terri ist in letzter Zeit sehr krank.
Und dann hat er auch noch eine
ausländische Krankheit.
Der Tierarzt hat gesagt:
Diagnose.
Das ist jetzt ganz sicher.

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Ein wilder Apfelbaum
möcht ich sein...

2005 war es hundert Jahre her, daß Attila József, der bedeutendste ungarische Dichter des 20. Jahrunderts geboren wurde. Er führte ein kurzes und entbehrungsreiches Leben. Um seine Bedeutung in der Weltliteratur zu unterstreichen, hatte die UNESCO das Jahr 2005 zum internationalen Attila-József-Jahr ausgerufen. Davon wissen jedoch nur wenige. Auf literatur.hu findet Ihr (fast) alles, was Ihr schon immer über ihn wissen wolltet.

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Zweimal sieben Jahre
Tamás Jónás

Blut sickerte aus seiner Wunde, tropfte auf die Hose des Vaters, auf den Steinboden in der Küche, sammelte sich zu einem kleinen Rinnsal und schlängelte sich in Richtung Türschwelle. Der Dackel stand in der Tür und kostete das frische Blut, es schien als ob er genau wüßte, daß er das nicht dürfe, aber es schmeckte ihm.


Ferkelbraten
Leise rieselt der Schnee,
still und starr ruht der See,
weihnachtlich glänzet der Wald,
Pu dem Bären ist kalt.

Pu schnitt mit einem entschlossenen Hieb das gestreifte Kleidchen vom Körper seines Freundes und sinnierte währenddessen darüber, in welcher Seelenverfassung ein Zeichner wohl sein muß, der ein Ferkel wie eine Wespe aussehen läßt.


Wie und was, warum und wieso

Vor nun drei Jahren schon hatte ein bunter Haufen von ÜbersetzerInnen an und um die TU Budapest die Idee, jungen ungarischen AutorInnen ein fremdsprachiges Forum zu bieten. Es gibt hier, im Karpatenbecken, zahreiche Literaten, die genau das schreiben, was im deutschen Sprachraum so bitter fehlt: Geschichten. 


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Három Holló, Heft 8
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